

Im allgemeinen Sprachgebrauch gilt die Arthrose als eine mit Abnutzung, Verschleiß und Alter assoziierte, degenerative Gelenkerkrankung, die am Knorpel beginnt. Im Normalzustand besteht ein Gelenk aus zwei Gelenkpartnern, die jeweils knorpelüberzogen sind und sich gegeneinander bewegen.
Beim Kniegelenk z.B. finden wir sowohl innen als auch außen einen Meniskus, der sowohl der Pufferung als auch der Gelenkführung dient. Die zwei Gelenkpartner werden von einer Gelenkkapsel umgeben. Im Inneren des Gelenkes befindet sich die ernährende und schmierende, hyaluronsäurehaltige Gelenkflüssigkeit.
Im Rahmen einer fortschreitenden Arthrose, die mit akut entzündlichen Stadien (Arthritis) einhergehen kann, kommt es zu verschiedenen Verschleißstadien an Knorpel und Menisken, die aufgrund ihrer Strukturschäden zu weiterer Deformation des Gelenkinneren führen können. Im fortgeschrittenen Krankheitsstadium dominieren im Röntgenbild knöcherne Formstörungen mit Konturverlusten, sekundären Achsfehlstellungen bei klinisch grober Verformung des gesamten Kniegelenkes. Im Röntgenbild des Kniegelenkes ist dann kein innerer Gelenkspalt mehr zu sehen.
Angeborene Achsabweichungen der Kniegelenke in Form von O-Bein und X-Bein können diesen Prozess beschleunigen und verstärken, so dass es bei fortgeschrittener Verschleißsituation immer häufiger zu entzündlicher Kapselschwellung des Kniegelenkes, Überwärmung mit Gelenkflüssigkeitsvermehrung kommt.
Maßgeblich für die Diagnosesicherung ist immer noch die konventionelle Röntgenuntersuchung mit Aufnahmen in 2, ggf. auch 3 Ebenen, am exaktesten in digitaler Technik. Bei Überwärmung und Schwellung des Gelenkes wird mittels Ultraschalldiagnostik in 2 Schnittebenen festgestellt, ob sich freie Flüssigkeit (Erguss) im Gelenk befindet. Dies ist für die weitere Therapie von besonderer Bedeutung.
Für spezielle Fragestellungen, insbesondere zur Klärung der Knorpelsituation, zur Klärung von Meniskusrissen, zur Bestimmung von Operationsindikationen oder Operationsarten wird auch die moderne diagnostische Schnittführungstechnik in Form der Magnetresonanztomographie (MRT) hinzugezogen.