Bei der Kalkschulter handelt es sich um eine Erkrankung, bei der es aus bisher noch nicht geklärten Gründen zu einer Einlagerung von Kalk in die Schultersehnen (Rotatorenmanschette) kommt. Als mögliche Ursachen werden mechanische Faktoren, wie z. B. Überbeanspruchung, sowie eine Minderdurchblutung des Sehnengewebes diskutiert.

Schultergelenk, Bild mit Beschriftungen

Die Erkrankung tritt meist im mittleren Lebensalter auf und betrifft häufiger Frauen als Männer. In den allermeisten Fällen ist die Supraspinatussehne der Rotatorenmanschette betroffen. Die Wahrscheinlichkeit einer spontanen Auflösung (Resorption) des Kalkherdes liegt bei 70%, die mittlere Krankheitsdauer beträgt ca. 5 Jahre.

Die Erkrankung verläuft lange Zeit unbemerkt oder mit nur geringen Beschwerden. Im Rahmen eines akuten Schubes können relativ plötzlich massive Schmerzen mit Berührungsempfindlichkeit und ausgeprägter Einschränkung der Schulterbeweglichkeit auftreten. Es können sich aber auch chronische Beschwerden im Sinne von Ruheschmerzen oder Schmerzen bei normaler Belastung entwickeln. Häufig verspüren Patienten mit einer Kalkschulter auch Gefühlsstörungen in den Fingern. Eine entsprechende Ursache hierfür konnte bisher nicht gefunden werden.

Für die Diagnosestellung sind in der Regel schon die Angaben des Patienten und der vom Arzt erhobene Untersuchungsbefund richtungsweisend. Die meisten Kalkherde lassen sich bereits mittels Ultraschall (Sonographie) nachweisen. Die Röntgenuntersuchung bleibt das Mittel der Wahl zur genauen Darstellung der Größe und Lokalisation der Kalkdepots. Im MRT sind Verkalkungen meist nicht zuverlässig darstellbar.

 

Therapie bei Kalkschulter

Die Behandlung der akut schmerzhaften Kalkschulter erfolgt durch eine Infiltrationsbehandlung. Die Injektion erfolgt direkt in den entzündeten und schmerzhaften Bereich. Die Behandlung wird unterstützt durch die Einnahme von entzündungshemmenden Medikamenten. Bei bestehender Bewegungseinschränkung sollte eine physiotherapeutische Behandlung an die Akutphase angeschlossen werden. Das mittelfristige Ziel der Behandlung muss neben der Schmerzlinderung eine Reduktion und Auflösung des beschwerde-verursachenden Kalkdepots sein. Eine erfolgreiche konservative Therapieoption stellt die extrakorporale Stoßwellentherapie dar. Der Nutzen der Behandlung ist in vielen Studien nachgewiesen. Zum einen werden durch die Schallwellen die Kalkdepots aufgebrochen und lösen sich so schneller auf. Zum anderen werden durch den mechanischen Impuls verschiedene körpereigene Mediatoren aktiviert, die indirekt zu einer Auflösung des Kalkdepots beitragen.

Mit physiotherapeutischen Maßnahmen sind die Beschwerden meist kaum zu beeinflussen. Bei anhaltenden Beschwerden trotz konservativer Therapie bleibt in hartnäckigen Fällen nur die Schulterarthroskopie mit operativer Entfernung des Kalkdepots.

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